Wie sichere ich mich als Selbstständiger ab? | Talk To Me

Auch Kreative gehen irgendwann mal in Rente. Doch wie sichert man sich ab? Die auf Altkanzler Bismarck zurückgehende Sozialversicherung gibt es seit 1881 und dient vor allem der Absicherung bei Krankheit, Pflegebedürftigkeit und im Alter. Selbstständige sind aber von dieser Versicherungspflicht entbunden, bzw. ausgeschlossen. Also was tun? Der Künstlersozialkasse (KSK) beitreten! Sie ermöglicht freischaffenden Künstlern und Publizisten den Zugang zu der gesetzlichen Sozialversicherung. Grund genug Andreas Kißling von der KSK mal etwas auszufragen.
Künstlersozialkasse

Hi Andreas! Erstmal zum Einstieg: Was ist die Künstlersozialkasse (KSK) und wie berechnet sich die Künstlersozialabgabe (KSA)?

Die Versicherung nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) beinhaltet die Versicherungszweige der gesetzlichen Renten-, Kranken- und sozialen Pflegeversicherung. Werden Sie nach dem KSVG versichert, so haben Sie an die KSK einen einkommensgerechten Beitrag zu zahlen. Dieser Beitrag wird durch die KSK “aufgestockt” (vergleichbar einem Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis) und dann an die zuständigen Träger (Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung) weitergeleitet. Die eigentlichen Leistungen wie z. B. Krankenkassen-Chipkarte, Krankengeld, Rente, Reha-Leistungen (z. B. “Kuren”) beantragen Sie bei Ihrer Krankenkasse bzw. dem Rentenversicherungsträger; die KSK selbst erbringt diese Leistungen nicht.

Die Künstlersozialabgabe beträgt in 2017 4,8 % und wird unabhängig vom Versichertenstatus erhoben (Umlageverfahren). Weiteres finden Sie in der anliegenden Infoschrift Nr. 1.

Wer kann alles der Künstlersozialkasse beitreten? Was muss ich tun um Mitglied zu werden?

Wenn aus der selbständigen künstlerischen oder publizistischen Tätigkeit ein Jahresarbeitseinkommen (Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben / vor Steuern) von mehr als 3.900 € erzielt wird, liegt in aller Regel Versicherungspflicht nach dem KSVG vor. Ausnahmen von dieser Mindestverdienstgrenze gelten für Berufsanfänger, die innerhalb einer 3-Jahresfrist von dieser Regelung ausgenommen sind, also kein Mindesteinkommen vorweisen müssen.

Die Anmeldeunterlagen müssen dann bei uns eingereicht werden. Die in Frage kommenden Berufsgruppen können Sie aus der anliegenden Infoschrift Nr. 6 entnehmen.

Welche Vorteile entstehen einem Selbstständigen durch die Mitgliedschaft?

Bei der Versicherung nach dem KSVG handelt es sich um eine Pflichtversicherung. Es besteht eine Meldepflicht für Personen, die selbständig, erwerbsmäßig tätig sind als Künstler oder Publizisten (oder die den Verdacht haben, es sein zu können) (§ 11 KSVG). Wenn der Meldung nachgekommen wird, hat die KSK zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die Versicherungspflicht vorliegen und ggfs. die Versicherungspflicht festzustellen. Sollte die Meldung ausbleiben oder verspätet erfolgen, hat der potentielle Versicherte Nachteile selbst zu verantworten (evtl. Verlust der Rentenanwartschaften auf Erwerbsminderungs- oder Altersrente, teure oder keine Krankenversicherung…).

Wenn ich in der Künstlersozialkasse bin, was muss ich beachten? Muss ich meine Auftraggeber informieren?

Eine gesetzliche Hinweispflicht auf eine mögliche Künstlersozialabgabeschuld der Auftraggeber gibt es nicht.

Kann man Mitglied in der KSK sein, wenn man nebenbei noch arbeitet, Teilzeit oder auf 450 Euro Basis?

Hierzu möchten wir auf unsere anliegende Infoschrift “Versicherung bei der KSK trotz (Neben-) Job?” verweisen. Dort sind die einzelnen Varianten gut verständlich erläutert.

Andreas Kißling – Künstlersozialkasse

Habt ihr noch mehr Fragen zum Thema Künstlersozialkasse?

Am 29. Juni ist Andreas Kißling zu Gast in Saarbrücken und stellt am Tag der Kreativwirtschaft – das Gründungseinmaleins für kreative Querdenkerin in der IHK Saarland die Künstlersozialkasse und ihre Leistungen noch einmal ausführlich vor. Anmelden könnt ihr euch über das Anmeldeformular der IHK oder mit einer eMail an post@kreativzentrum-saar.de.

Am 30. Juni bietet er im kreativzentrum.saar auch Einzelberatungen an. Anmeldungen hierzu sind nicht mehr möglich, die Sprechstunde ist bereits ausgebucht.

 

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