Was ist eigentlich… UX

UX ist die Kurzform für User Experience - und seit einiger Zeit in aller Munde. Im Artikel erfahrt ihr, was sich hinter dem Begriff versteckt und warum man anhand von Lichtschaltern schon so einiges darüber lernen kann.

UX – Definition und Erfolgsfaktoren

Dr. Marcus Trapp,

Was Lichtschalter mit User Experience zu tun haben? Marcus Trapp, Leiter der Abteilung User Experience and Requirements Engineering (UXR) am Fraunhofer IESE in Kaiserslautern erläutert: „Schaut euch im Raum um, in dem ihr euch gerade befindet und zählt die verschiedenen Schalter. Fragt euch, wie diese angeordnet sind und welche Funktionen sie haben? Klingt zwar simpel, ist aber extrem hilfreich bei der Auseinandersetzung mit dem Thema UX.“ Denn Funktion, Design und Umgebung der Schalter zu studieren, bedeutet grundlegende Methoden von User Experience abzuleiten. Sie lassen sich auf jede Software, auf jedes Design Produkt und somit auf jede digitale oder reale Konstruktion übertragen.

  • Klarheit – Handelt es sich um einen Schalter oder einen Dimmer?
  • Logik – Sind die grundlegenden Funktionen einfach erreich- und bedienbar sowie richtig gekennzeichnet?
  • Einheitlichkeit – Besitzen alle Lichtschalter im selben Raum die gleiche Funktionsweise?
  • Konsistenz – Sehen alle Lichtschalter im Raum gleich aus?

Grundlagen der UX

User Experience bedeutet ein Produkt nicht nur zu gestalten, sondern die Nutzung und Erfahrungen des Anwenders von vorn herein mitzudenken. Und darüber hinaus: Die Bedürfnisse der
Nutzer stehen im Mittelpunkt. Dem geht voraus, diese zu identifizieren und zu überlegen, wie sie sich befriedigen lassen. Damit können positive Anwendererlebnisse geschaffen werden – unabhängig davon, ob es sich um eine komplizierte Software oder einen einfachen Lichtschalter handelt. Die Frage, die sich UX-DesignerInnen immer stellt, lautet: Wie kompensiert man
die Kluft zwischen dem, was der Kunde erleben will und dem, was das Produkt grundsätzlich bietet und überhaupt bieten kann? Die Lösung ist, einen spezifischen Benutzer-Kontext zu wählen und Ausnahmefälle zu exkludieren: „Ziele auf den 80 – 90 % Fall der Benutzung und richte dein Produkt danach aus“, sagt Experte Dr. Marcus Trapp. Das verschafft Zeit und spart Energie, sowohl für den Programmierer als auch für den Kunden. Übertragen auf User Experience sei ein simples Beispiel herangeführt: Ein Online-Anmeldeformular für einen Newsletter verfügt über ein
Dropdown-Menü zur Länderauswahl. Die Firma selbst sitzt in England und etwa 80-90% der Abonnenten kommen aus dem United Kingdom. Es ist in diesem speziellen Fall durchaus ratsam,
die entsprechenden Länder ganz oben erscheinen zu lassen. Die restlichen Länder folgen dann wie gewohnt in alphabetischer Reihenfolge.

Wer sich tiefer gehend mit dem Thema UX auseinandersetzten möchte, kann sich den Vortag „Power on User Experience“ von Dr. Marcus Trapp an dieser Stelle anschauen. Weitere informative und äußerst lesenswerte Artikel und Blogs zum Thema findest du hier, hier und hier.

 

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