Tipps für mehr Kreativität am Arbeitsplatz

Montags bis freitags, von neun bis fünf, und immer schön nach Plan: Wenn der Arbeitsalltag zur Tretmühle wird, geht nicht nur die Motivation flöten, denn auch die Produktivität kann darunter kräftig leiden.

Mehr Kreativität kann Abhilfe schaffen, selbst bei reinen Schreibtischjobs ohne künstlerisches Element. Eine Möglichkeit ist ein Tapetenwechsel. Statt Besprechungen im ständig gleichen Konferenzraum abzuhalten, können diese zwischendurch nach außerhalb verlegt werden. Ein Meeting an einem ungewöhnlichen Ort wie einem Fotostudio, wo zudem Requisiten die Diskussion auflockern – wer zum Beispiel den Hut trägt, führt das Wort -, oder einem Boxring bricht die Routine und kann neue Ideen freisetzen, weil die Umgebung zum Querdenken einlädt. Außerdem liefern solche Konferenzorte neuen Gesprächsstoff für die Kaffeepause.

Ständig nur am Schreibtisch hocken ist auch schlecht für die Körperhaltung, und ein schmerzender Rücken ist wenig inspirierend. Abwechslung verschaffen etwa ein höhenverstellbarer Schreibtisch, an dem ebenso gestanden wie gesessen werden kann, ein Medizinball als kurzfristiger Ersatz für den Stuhl, oder ein Telefonat, das im Gehen geführt wird. Die Variationen im Arbeitsablauf tun dem Rücken gut und regen zudem den Ideenfluss an.

Auch die Pausen können häufig kreativer gestaltet werden, um mehr Spaß und Abwechslung in den Alltag zu bringen. Wer Platz im Pausenraum hat, kann eine Tischtennisplatte aufstellen. Ein Ping-Pong-Match macht mobil, was auch die Sauerstoffzufuhr für die grauen Zellen verbessert, fördert das Zusammenspiel und schafft zugleich eine freundschaftliche Konkurrenzsituation.

Dabei müssen die Spiele nicht lang sein und können gegebenenfalls auch allein gespielt werden. Dafür stehen einem zahlreiche Spieleseiten im Internet zur Verfügung. Selbst kurze Runden, die mit Online-Entertainment auf dem Smartphone verbracht werden, zählen vorwärts. Abgesehen vom Entspannungseffekt trainieren viele Games auch die Entscheidungsfindung, mathematische Fähigkeiten und Risikoeinschätzung.

Spiele als Innovationstreiber werden in manchen Branchen inzwischen in der regulären Arbeitszeit eingesetzt, um neue Ansätze auszutüfteln und den Arbeitnehmern eine Möglichkeit zu geben, sich gegenzeitig auszustechen, ohne dass es zu ernsthaften Konkurrenzkämpfen unter Kollegen kommt.

Eine strikte Hierarchie, mit Rangfolge von oben nach unten, mag traditionell sein. Kreativität entsteht dadurch aber nicht. Eine Firma, in der jeder zu Diskussionen beitragen kann und keine Idee von vornherein verworfen wird, nur weil der Junior sie äußert, kann von dem Plus an Denkanstößen profitieren. Zudem ist es auch für die normalerweise untergeordneten Mitarbeiter ein Anreiz, sich mit Ideen, Fragen und Vorschlägen einzubringen und so die Firmenbindung zu stärken.

Nur wer nichts macht, macht auch keine Fehler. Wenn mit Irrtümern und erfolglosen Ansätzen so umgegangen wird, dass daraus nützliche Lehren gezogen werden können, ohne dem Personal das Gefühl zu geben, dass Fehler mit Versagen gleichgesetzt werden, wird zugleich die Bereitschaft gestärkt, Ideen laut zu äußern.

Auch kleine Änderungen können mehr Freiheit schaffen. Überall zugängliche Notizblöcke und Bleistifte erlauben es, beim Gang zum Kollegen, auf dem Weg zur Kantine oder beim schlichten Beine vertreten zwischendurch mögliche Geistesblitze zu notieren. Vor allem bieten benutzbare Flipcharts weitere Möglichkeiten, allein und mit mehreren Leuten Ideen festzuhalten, auszubauen oder zu verwerfen, wenn die Situation es erlaubt.

Jedes Unternehmen ist verschieden, aber ein größerer Spielraum an physischer und intellektueller Abwechslung ist für alle ein Bonus.