Kreativ trifft Wirtschaft | AW Kommunikations- design und Data One

Wie finde ich den perfekten Mitarbeiter? Jemanden, der zum Unternehmen passt, die Werte teilt und das notwendige Know-How mitbringt? Wie vermittelt man all dies in einer Werbekampagne? Kreativ trifft Wirtschaft, dieses Mal mit Annabelle Wagner von AW Kommunkationsdesign und Kerstin Steffen von Data One. Sie berichten über ihr gemeinsames Projekt "Tierisch durchstarten".
BEST PRACTICE - Kreative und Wirtschaft

Liebe Kerstin, Ende letzten Jahres konnte man die Kampagne „tierisch durchstarten“ auf Saarbrückens Werbeflächen bewundern. Was war der Ausgangspunkt? Hattet ihr als Auftraggeber im Vorfeld bestimmte Vorstellungen oder habt das ganze Konzept inkl. Slogan und mediale Distribution erarbeiten lassen – sprich, wie offen oder konkret war der Auftrag formuliert?

Der Auftrag lautete eine Marketing Kampagne für den Bereich Human Resources zu entwickeln, die Aufmerksamkeit erzeugt und die Bewerberzahl erhöht. Uns war wichtig, dass sie nicht austauschbar ist, mit Humor Aufmerksamkeit erzeugt und neugierig macht.
Strategie und Konzeption finden bei Data One in der Marketingabteilung statt, ebenso wie die Entwicklung und Ausarbeitung der taktischen Maßnahmen. Hier arbeitet das Kampagnenteam inklusive der Grafikdesigner Hand in Hand. Dazu gehört es auch, dass man sich mal mehrere Tage einsperrt und verschiedene Ideen entwickelt. Resultat war dann unsere Idee zu „Tierisch durchstarten“.

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Liebe Annabelle, du hast die Kampagne „Tierisch durchstarten“ für Data One mit entwickelt und gestaltet. Wie lief der Prozess in der Marketingabteilung ab? War die Umsetzung von Anfang an klar? Hat jeder seine Kernkompetenzen und leistet in diesem Bereich seinen Beitrag oder entwickelt ihr gemeinsam? Worin liegt deine Kernkompetenz?

Der Auftrag kam von der Geschäftsführung, Kerstin hat daraufhin das Strategiekonzept entwickelt. In diesem hat sie die Ziele definiert, den Ist- und Sollzustand aufgezeigt, eine Zielgruppenanalyse durchgeführt und Merkmale für die Kampagne definiert. Zwischen den ganzen strategischen Dingen fand ich auch eine Handvoll Beispiel Slogans, unter anderem der „Zu 100% das tun, was man am besten kann“. Ich starrte eine halbe Ewigkeit auf diese Slogans mit den Merkmalen im Hinterkopf. Es sollte anders sein, als alle anderen HR Kampagnen, jung und dynamisch, trotzdem seriös, hochwertig und stylisch – und dann war es plötzlich in meinem Kopf: Ein Huhn, das ein Ei legt. Ich fertigte eine Illustration an und machte eine paar Tests mit der Zielgruppe. Die Huhnidee setzte sich deutlich von den standartmäßigen fotorealistischen HR-Kampagnen ab und blieb bei den Testpersonen wesentlich besser im Gedächtnis. Also ging ich damit zu Kerstin, und stellte Ihr die Idee vor. Daraufhin sperrten wir uns für ein paar Stunden in einem Raum ein und überlegten uns wie wir die Idee auf die anderen Themen übertragen konnten. Im Nu hatten wir für jeden Bereich das passende Tier und den Slogan gefunden. Daraus entstand die Kampagne „Tierisch durchstarten“.

Um auf die Frage bezüglich der Kompetenzen zurück zu kommen: In unserem Team hat jeder seine Kompetenzen. Wenn man diese Kompetenzen bündelt und sich zusammen tut, kann man am besten Ideen weiterentwickeln und voranbringen. Als Diplomierte Kommunikationsdesignerin ist meine Kernkompetenz Botschaften und Informationen auf eine besondere Art zielgerichtet zu gestalten.

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Liebe Kerstin, hat euch das Ergebnis überrascht? Wurden die Anforderungen erfüllt?

Zu Beginn der Kampagne hatten, glaube ich, zumindest alle eine Vorstellung und die war mit Sicherheit sehr weit vom endgültigen Resultat entfernt :-). Die Ideen und Vorschläge haben sich mit der Zeit einfach super ergänzt und weiterentwickelt – und das ergibt dann manchmal auch eine, in dem Fall, sehr schöne, kreative und unerwartete Überraschung.

Liebe Annabelle, wie sah die Kampagne genau aus? 

Das Ergebnis war eine durchweg stimmige und außergewöhnliche HR Kampagne, die über alle Kommunikationskanäle hinweg funktionierte. Vom Messestand über Social Media, Videowalls, Plakatwerbung bis hin zum Radiospots war alles dabei. Wir haben von unterschiedlichsten Stellen positives Feedback bekommen und die Bewerber griffen sogar die Slogans in Ihren Bewerbungen auf.
Das Ergebnis könnt Ihr euch auch auf meiner Webseite ansehen.

Letztlich wurden mit der Kampagne – um es mit den passenden Worten zu sagen – zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Als Gesuch nach neuen potenziellen Mitarbeitern gestaltet, verweist sie durch die Umsetzung und die Distributionswege auch auf das Unternehmen und seine Werte und macht gleichzeitig Werbung dafür. Habt ihr parallel auch in klassischen und kostenpflichtigen Kanälen nach Mitarbeitern gesucht oder handelte es sich zu um Einzelkampagne, deren Ergebnisse ihr – auch im Bereich Marketing – direkt messen konntet?

Wir haben uns im Zuge der Strategieentwicklung überlegt, an welchen Punkten und über welche Kanäle unsere Zielgruppe idealerweise zu finden ist. Natürlich spielt auch das Budget eine wichtige Rolle. Gerade als mittelständisches Unternehmen muss das sehr bewusst eingesetzt werden. Darüber hinaus wollten wir aber auch neue Kanäle und Formate testen. Alles in Allem konnten wir auch einen guten Marketing-Mix zurückgreifen: von Radiowerbung bis hin zu Plakatwänden, Social Media Kampagnen, Messen und Events war alles dabei. Auf ein Controlling und einen Return of Investment lege ich grundsätzlich großen Wert. Am Ende der Kampagne müssen sich die Aufwände auch lohnen. Für die einzelnen Kanäle wurden Kennzahlen daher auch konkret gemessen. Wichtig war mir aber insbesondere auch, das (qualitative) Feedback aus der Personalabteilung in die Bewertung mit einfließen zu lassen. Hier sind beispielsweise Rückmeldungen von Messen, Events oder auch Bewerbergesprächen zu nennen.

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Liebe Annabelle, du arbeitest bei Data One mit im Team als Expert in Design & Communication, gleichzeitig bist du seit Anfang 2016 auch selbstständig und betreust deine eigene Kunden. Worin unterscheidet sich die Arbeit?

Data One hat mir die Möglichkeit gegeben fest im Berufsleben zu stehen und gleichzeitig meine Selbständigkeit aufzubauen und mich selbst zu verwirklichen. Ich denke der größte Unterschied ist, dass ich bei Data One einen großen Rückhalt habe, und ein Team das immer hinter mir steht, während ich in meiner Selbständigkeit ganz auf mich gestellt bin. Diese beiden Gegensätze sind fantastisch, und ich würde keinen der beiden missen wollen.

Liebe Kerstin, Data One ist ein Unternehmen im Bereich der IT Branche, bietet Software Lösungen für Unternehmen an und seid in eurem Unternehmen sehr breit aufgestellt: vom Programmierer, zum Projektmanager, bis hin zum Marketingmanager. In welchen Bereichen holt ihr euch darüber hinaus dennoch Unterstützung von außerhalb und setzt (kreative) Freelancer ein?

Ich persönlich habe das große Glück im Bereich Marketing & PR ein Team zu haben, das über eine sehr hohe Kompetenz in den verschiedensten Bereichen verfügt. So kann ich jederzeit auf das Know How meiner Mitarbeiter zurückgreifen – sei es im Bereich Online-Marketing oder Social Media bis hin zu Eventkommunikation und Mediendesign. Dennoch schätze ich den Blick und den Rat von außen und nehme mir Agenturen zur Unterstützung, insbesondere dann, wenn es um neue Themen oder auch strategische Entscheidungen geht.

Vielen lieben Dank für den Einblick, alles Gute für die weitere Zusammenarbeit!

 

 

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Kommentare

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  1. Das sieht mal wirklich nach einer anderen Art der Personalwerbung aus. Mich würde jetzt noch interessieren, wie die Qualität der Bewerbungen dann war. Wurden durch die Kampagne wirklich Bewerber angezogen, die besser zum Unternehmen passten, oder wurde quasi „nur“ die Zahl der eingehenden Bewerbungen erhöht?

  2. Kerstin

    Hallo Iris,
    vielen Dank für das Feedback! Wir haben zum einem die Anzahl gemessen, aber auch das (qualitative) Feedback eingefangen. Was deutlich zu sehen war: a) Die Kampagne hat neugierig gemacht. Die Leute blieben z.B. am Messestand stehen und haben uns aktiv auf angesprochen.
    b) Viele Personen haben die Kampagnenidee sehr kreativ in ihren Bewerbungen aufgegriffen. c)Wir haben aktiv gefragt, über welchen Weg die Bewerber auf uns Aufmerksam geworden sind. Auch hier wurde die Kampagne (Radiospots, Recruiting Speed Dating, Plakate ,..) oft erwähnt.

    Unser Fazit: für uns hat es sich definitiv gelohnt. Ob am Ende des Tages der Bewerber zu 100% passt (und wir auch zum ihm :-)) , entscheidet sich ja meist erst nach mehreren Gesprächen. Aber wir hatten ja auch das Bestreben, über Wording und Design unseren Spirit und die Kultur in die Kampagne hineinzubringen. Bewerber, die darauf reagiert haben, haben sich also zumindest darin wiedergefunden. Und das ist auf jeden Fall ein guter Anfang 🙂

    Liebe Grüße Kerstin