Interview mit Projekt Piñata

CREATIVE SOLUTIONS – Neue Entwicklungen und Trends in Kommunikation und Marketing ist DAS neue Matching-Format des kreativzentrum.saar und der IHK Saarland. Es vernetzt die Kreativwirtschaft mit ihren innovativen Lösungen mit der traditionellen Wirtschaft. Am 6. September geben die Agenturinhaberinnen von Projekt Piñata, Karina Hartwahn und Christine Thull, als eines von zwei Unternehmen IN DER IHK Einblicke in die facettenreiche Welt des Social Media Marketings.

Christine Thull und Karina Hartwahn (projektpinata.com)

Die Social Media Agentur Projekt Piñata existiert seit 2014 und zählt neben der IKK Südwest, dem saarländischen Wirtschaftsministerium auch Unternehmen aus der freien Wirtschaft wie Pikon und Campus Sport Club zu ihren Kunden. Vorab haben wir den beiden Energiebündeln schon mal einige Fragen gestellt.

Hallo Christine Thull und Karina Hartwahn. Schön, dass Projekt Piñata bei CREATIVE SOLUTIONS dabei ist! Wieso habt ihr euch bei unserer Vortragsreihe CREATIVE SOLUTIONS als Speaker beworben?

Die Ausschreibung kam genau zu dem Zeitpunkt, als wir damit begonnen haben, uns mit dem Thema  Messenger Bots zu befassen. Creative Solutions hat für uns eine Möglichkeit dargestellt, der klassischen Wirtschaft diesen Social Media Trend näher zu bringen, aber auch den Kreativen, die ja oftmals Soloselbständige sind und somit eine Entlastung in Form von Automatisierung definitiv gebrauchen können. Außerdem bietet uns die Veranstaltung auch die Möglichkeit, bereits vorhandene Kunden in angemessenem Rahmen über das Thema zu informieren. Einige haben bereits zugesagt und großes Interesse für das Thema, aber auch das Format bekundet.

Jeder, der uns kennt, weiß: die Piñatas lassen sich nicht lumpen. Wir finden solche Initiativen unheimlich wichtig, um den Wirtschaftsstandort Saarland am Leben zu halten und diese gibt es eben nur weiterhin, wenn sich die Wirtschaftsvertreter – sowohl aus der Kreativbranche, als auch aus der klassischen Wirtschaft – rege beteiligen.

Ihr sprecht in eurem Vortrag über den Gebrauch von Bots auf Facebook. Mal ganz von vorne: Was sind Bots und warum und wofür benutzt man sie?

Bots sind ganz vereinfacht ausgedrückt: Computer, d.h. Formen der Automatisierung. Ein Bot kann z.B. auf bestimmte Anfragen automatisch vorher festgelegte Antworten schicken, Posts liken, Newsletter verschicken usw. Hierbei gilt es zwischen nervigen Bots, wie man sie beispielsweise auf Instagram häufig antrifft, und solchen, die einfach nur wiederkehrende Aufgaben automatisieren, zu unterscheiden. Facebook Messenger Bots stellen hierbei eine sinnvolle Option dar, die zudem von Facebook im Rahmen des Messenger Marketings unterstützt wird. Ein sorgsamer und kundenorientierter Umgang wird dabei – auch von uns – ans Herz gelegt.

Was ist der Vorteil, wenn man Bots speziell auf Facebook einsetzt? Gibt es Unterschiede zur Nutzung auf anderen Plattformen? Und was können die Facebook-Bots, was andere nicht können?

Anhand eines Facebook Messenger Bots kann man beispielsweise – ähnlich wie bei Newslettern – einen Double Opt In-Prozess abbilden. Sobald der Nutzer hier eingewilligt hat, dass er vom Bot weitere Infos (z.B. regelmäßige Updates) erhalten möchte, kann man ihn dann auch wie bei einem Mailing mit Infos versorgen. Dabei wird zu keinem Zeitpunkt verschleiert, dass es sich um einen Bot handelt und es wird auch – wie bei einem guten Newsletter – bereits im Vorfeld klar gemacht, was den Nutzer erwartet. Vorteile sind dabei, dass der Unternehmer automatisieren kann, was natürlich enorm entlastet. Gleichzeitig ermöglicht es ihm, die Infos noch besser auf den jeweiligen Kunden anzupassen, je nachdem welche Trigger dieser auslöst. Und zu guter letzt ist man mit Messenger Marketing noch ziemlich alleine im Saarland. Man wirkt innovativ und sticht hervor, was zu wesentlich höheren Öffnungsraten führt als beispielsweise bei einem Newsletter. Wenige Leute ertragen eine ungeöffnete Nachricht in ihrem Messenger, viele haben jedoch seit Jahren Newsletter, die sie direkt nach Erhalt in den Ordner „Später lesen“ verschieben.

Es werden mittlerweile immer wieder Stimmen laut, die behaupten, dass Facebook-Marketing über seinen Peak hinaus ist. Was haltet ihr dem entgegen? Ihr verdient schließlich euer Geld damit.

Facebook wächst stetig. Nicht mehr so schnell wie früher und auch mit anderen Zielgruppen. Dabei sollte man sich vor Augen führen: Unsere Gesellschaft wird immer älter, der Einwand: „Aber die Jungen sind doch gar nicht mehr bei Facebook.“ ist also definitiv nicht von der Hand zu weisen, jedoch sind die Jungen eben auch nicht mehr die größte Zielgruppe. Gleichzeitig ist Facebook nach wie vor das soziale Netzwerk, was am meisten kann. Das Unternehmen fährt auch einiges an Initiativen auf, damit dies so bleibt und damit die Vernetzung zwischen Facebook und unserer Lebenswelt immer enger wird. Wir denken dabei nur an Market Place sowie die zahlreichen Optionen, sich mit Facebook auf anderen Seiten anzumelden. Facebook bleibt also nicht stehen, es verändert sich. Während man früher auch sehr viel privat agiert hat, so gibt es immer mehr Leute, die Facebook zum Austausch in Gruppen und zur Weiterbildung nutzen. Hierfür hat Facebook beispielsweise Learning Module in den Gruppen ergänzt (wir nutzen diese selbst sehr erfolgreich für unser Instagram Bootcamp. Grundsätzlich bedeutet zeitgemäßes Marketing und Social Media, dass man sich nicht auf ein Netzwerk verlässt, sondern rund um die eigene Internetseite ein System aus sorgsam aufeinander abgestimmten Medien und Kanälen aufbaut, die unterm Strich einen zielführenden und nutzerorientierten Sales Funnel ergeben. Sehr viel Aufwand! Aber es lohnt sich.

Wie bleibt ihr, was Facebook angeht, auf dem neusten Stand? Schließlich ändert sich alle Nase lang der Algorithmus, es gibt neue Funktionen und so weiter. Habt ihr Tipps für uns?

In einem ersten Schritt sollte man jede Algorithmus-Meldung kritisch überprüfen. Vieles wird auch von Unternehmen und Bloggern losgetreten, die nicht mit ihren Zahlen zufrieden sind. Jedoch kann dies auch manchmal an einem Ermüdungseffekt der Fans/Follower liegen. Man kann eben nicht 10 Jahre lang die gleiche Strategie fahren, da muss man auch als Seitenbetreiber immer wieder nachjustieren. Gleichzeitig verfolgt Facebook das gleiche Ziel wie man selbst: Facebook möchte dem Endnutzer das geben, was er sucht. Der Algorithmus ist ähnlich wie SEO bei Google ein Qualitätsmanagement-Tool, das dazu führt, dass Endnutzer bekommen, was sie suchen und Seitenbetreiber sich nicht auf der faulen Haut ausruhen. Ohne Algorithmusanpassungen wäre der oben genannte Ermüdungseffekt also omnipräsent. Wenn man sich dabei auf Multiplikatoreneffekte, Augenhöhe, soziales Verhalten, Relevanz besinnt, dann übersteht man jede Algorithmus-Änderung (übrigens auch auf Instagram) ohne größere Probleme. Wir beispielsweise haben auch in den letzten Monaten auf den von uns verwalteten Seiten sowie unserer eigenen eigentlich nichts gemerkt.

Wo man sich informieren kann? Wir empfehlen eigentlich sehr viele amerikanische Podcaster wie z.B.  Amy Porterfield oder Social Media Examiner. Zudem laden wir jeden ein, Teil unserer Facebook-Gruppe Social Media Talks zu werden. Hier helfen wir Euch mit unserem Team bei jedem Social Media-Problem, gleichzeitig werden hier auch immer Neuerungen besprochen.

Vielen Dank Christine Thull und Karina Hartwahn! Wir sind schon sehr gespannt auf den 6. September und freuen uns sehr auf euer Knowhow!

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Bilder von projektpinata.com

 

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