Guerilla-Fahrt – shopping lab Aachen

In Aachen ging am 15. Oktober das Abenteuer shopping lab zu Ende. Vor dem großen Abschiedswochenende haben wir die Truppe der designmetropole aachen im Rahmen unserer Guerilla-Fahrt nach Aachen am 11. Oktober besucht.
shopping lab Guerillafahrt Aachen

Von Mai bis Oktober dieses Jahres war das shopping lab in einem ehemaligen Café im Zentrum Aachens zu Hause. Verschiedene Möglichkeiten der Digitalisierung des Einzelhandels und mutige Innovationen wurden nicht nur präsentiert, sondern konnten in lockerer Atmosphäre diskutiert, erfragt und ohne Berührungsängste wahrgenommen werden. Der Rahmen, durch den diese atmosphärische Ausstellungsumgebung erst geschaffen werden konnte, war elementarer Teil des Gesamtkonzepts: Das Café Total.

Die Idee dahinter: Die einzelnen Konzepte werden in einer nahbaren Art und Weise an Bürger und Vertreter des Einzelhandels herangetragen. Zudem können durch den Anschluss des Cafés lokale Produkte in Kooperation mit Aachener Einzelhändlern angeboten werden – Kaffee von einer lokalen Kaffeerösterei, Kuchen aus einem befreundeten Laden, Mittagessen benachbarter Restaurants. So wurde das shopping lab nicht nur zu einem gemütlichen Treffpunkt zu Weiterbildung und Austausch. Vielmehr konnte durch den Anschluss des Café Total ein konkreter Mehrwert für den Aachener Einzelhandel in den Räumlichkeiten des shopping lab geschaffen werden.

Zwei konzeptuelle Areale – eine Location

Zwei konzeptuelle Areale wurden so im Aachener shopping lab im Raum ihrer gemeinsamen Schnittstelle thematisiert: Innovative Herangehensweisen an urbane Leerstandsproblematiken auf der einen Seite – das Aufzeigen der Entwicklungspotentiale der Digitalisierung für den Einzelhandel auf der anderen. So finden sich im lab mehrere Ausstellungen digitaler Technologien, die den traditionell-stationären Handel bereichern können. Durch die Möglichkeit, die «Exponate» wie in einem Museum erleben zu können, fällt bei Besucher*innen und Zuschauer*innen die Scheu, sich mit digitalen Neuerungen in Alltagsbereichen auseinanderzusetzen. Den Händler*innen wird hingegen die Chance geboten, das Angebot digitaler Technologien auf ihre Anforderungen hin zu überprüfen und bereits vorhandene Kenntnisse bei Bedarf zu vertiefen.

Konkret heißt das, es wurde in den Räumlichkeiten – zuvor Heimat einer Shisha-Bar – ein protypisches Geschäft, ausgestattet mit digitalen Neuerungen eröffnet. Ein 3D-Drucker der FH Aachen soll die neue Technologie zum Anfassen präsentieren, das Institut  für Unternehmnskybernetik (IfU) lässt Roboter Pepper als Ansprechpartner durch die Verkaufsfläche laufen. In einer anderen Ecke werden die bargeldlosen Bezahlsysteme der Zukunft vorgestellt: Der Pop Up-Store von Laserkatze lässt den Kunden per App die zu kaufenden Produkte einscannen und dann direkt mit dem Handy bezahlen.  Daneben die Präsentation einer App, die ein Supermarkt-Leitsystem aufs Handy wirft und zum Produkt der Wahl führt.

Das shopping lab als eine Art Ausstellung zu konzipieren ist für die Vermittlung neuer Ideen zwar interessant, allerdings braucht diese Art der Vermittlung eines unbedingt: Besucher! Über ausbleibendes Interesse konnte man sich in Aachen aber nicht beschweren. Nicht nur die Attraktion des Unbekannten lockte dabei Bürger und Einzelhändler an, auch wurde durch zahlreiche Veranstaltungen konstanter Besucherflow generiert. Ob 3D-Druck Workshops, Pitches, der Networking-Event #Designersaufen oder die Aktionskunst von Liebe ist die stärkste Waffel, das shopping lab setzte der Aachener Bevölkerung und dem Einzelhandel täglich Anreize sich mit seinem Angebot auseinanderzusetzen.

Besucherzahlen durch ein breites Angebot

Bei unserem abendlichen Besuch durften wir zwei interessanten Pitches lauschen. Zuerst stellte uns Fabian Seibert die Hello-Designer Tour, kurz HDT vor. Unter dem Motto „We are good at bad english“ soll hierbei in der Euregio entlang der Achse Aachen– Maastricht– Lüttich – Eupen  ein Netzwerk entstehen, das die Potentiale der Kreativwirtschaft des Drei-Länder-Ecks offenlegt. Das Konzept hinter der Hello Designer Tour beruht auf der Eigeninitiative aller. Das HDT-Team stellt lediglich die Online-Plattform. Akteure aus dem Bereich Design tragen ihre Veranstaltungen – von einem Tag der offenen Tür im Atelier, über Ausstellungen bis hin zu Workshops – auf Website und Social Media-Präsenz von HDT ein. Somit entsteht interaktiv ein länderübergreifendes Programm, das vernetzt, informiert und die Branche grenzüberschreitend verdichtet.  Fabian, verlieh mit seinem Witz, der zwischen den Polen „nüchterne Trockenheit“ und „überraschende Direktheit“ oszilliert, diesem Projekt einen gewissen Roadtrip-mit-Freunden-Abenteuer-Charakter: Ab ins Auto und sich die Großregion aus Designerperspektive anschauen.

Daraufhin stellte uns Martin Stockberg seine LandArt vor. Der Designer und Fotograf erzeugt großflächige Kunstprojekte mit Naturmaterialien. Die temporäre Veränderung von Flächen, durch das Einzeichnen von Mustern, dient dem Aachener dabei als ständiger Lieferant atemberaubender Fotomotive. Von besonderem Interesse bei Martin Stockbergs Pitch waren für uns dessen Monetarisierungskonzepte. Aus den, bedingt durch die natürliche Umgebung, schnell vergänglichen Werke Wert zu schöpfen, gelingt Stockberg dabei auf zwei Arten. Einmal werden hochwertige Fotografien ausgestellt und als Drucke verkauft. Zum anderen werden die LandArt Aktionen mittlerweile als Teambuilding-Maßnahmen von Unternehmen gebucht.

Nachdem uns Fabian Seibert dann auch noch mit Insider-Wissen zu Aachens besten Burgern bereicherte, hieß es für das kreativzentrum.saar dann auch leider wieder sich wohlgenährt und mit dem Kopf voller neuer Ideen auf die Heimfahrt zu machen. Aber mit dem Wissen, dass wir nicht zum letzten Mal in Aachen waren, fiel uns der Abschied nicht ganz so schwer. Die nächste Guerilla-Fahrt kommt bestimmt. Wir nehmen euch gerne mit!

 

 

 

 

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